Südtirol,  unterwegs

Südtirol – Ein 1. Besuch in der Dolomiti Bike Galaxy

Text: Veronika Kupfer | Bilder: Anne Hofmann

Nach drei ereignisreichen Tagen bei den Eurobike Media Days am Kronplatz, treffen wir uns zum Press-Adventure ‚Dolomiti Bike Galaxy‘ in St. Vigil in Enneberg. Wir – das ist eine bunte Truppe von Bike-Journalisten aus Italien, den USA, Tschechien sowie meiner Fotografin und mir aus Deutschland. Daniela und Diego von unserem Gastgeber DolomitiSuperSki/DolomitiSuperSummer & Südtirol verteilen nach einer kurzen Begrüßungsrunde unsere Bikes und Gepäck in zwei Busse und schon geht es los.

Wir werden von St. Vigil über das Grödnerjoch nach Wolkenstein in Gröden geshuttlet. Breits hier wird mir bewusst, dass ich an einem besonderen Ort gelandet bin. Unser Busfahrer ist um die 85 Jahre alt, trägt einen khakifarbenen Overall mit Schifferl Mütze und dazu eine RayBan. Während er uns – erstaunlich sicher und mit einer Seelen Ruhe angesichts der Schlange hinter uns – über den Pass chauffiert, läuft ‚Old Town Road’s‘ im Radio. Er unterhält sich mit Diego in einer wunderschön, melodischen Sprache, die ich noch nie zuvor gehört habe.

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Wolkenstein – Dolomiti Bike Galaxy

Am nächsten Morgen erwachen wir bei traumhaftem Sonnenschein. Gestärkt vom reichhaltigen Frühstück starten wir zur Liftstation um die Dolomiti Bike Galaxy zu erobern. Von unserem Hotel aus pedalieren wir die drei Kilometer und 200 hm zu den Dantercepies Seilbahnen. Noch ziemlich müde von den Vortagen bin ich sehr dankbar für den Uphill-Flow, welchen mir mein E-MTB verleiht. Das Liftticket, welches wir erhalten, ist für alle Aufstiegsanalgen der Dolomiti Bike Galaxy und somit der 12 Dolomitentäler gültig.

Info: Die Dolomiti Bike Galaxy besteht derzeit aus rund 250 km Trails mit mehr als 24.000 Tiefenmetern.

Während der Gondelfahrt erklärt mit Ellis – unser Localguide für den heutigen Tag – was es mit dieser klangvollen Sprache auf sich hat. Ladinisch (Dolomitenladinisch) ist eine Gruppe romanischer Dialekte, welche ca. 30.000 Menschen beherrschen und wird hauptsächlich in sechs Gebieten in Südtirol und Italien gesprochen – unter anderem in Gröden.

Oben angekommen ist der Blick gigantisch – Dolomiten soweit das Auge reicht. Nach einer ersten Fotosession surfen wir den Cir Giara Trail Richtung Grödnerjoch herunter. Der flowige Panorama-Trail ist schön angelegt mit gelegentlichen Abzweigungen für die blaue oder rote Strecke. Unten pedalieren wir ein kurzes Stück auf der Teerstraße bis – gut beschildert – ein Pfad zu unserem nächsten Ziel nach Plan de Gralba führt.

Plan de Gralba – Dolomiti Bike Galaxy

Dort bringt uns eine der vielen, hochmodernen und perfekt auf den Transport von (E-)MTBs ausgelegte Gondeln nach oben. Im Schatten des knapp 3000 m hohen Piz Miara liegen die grüne und somit bestens für Kinder und Anfänger geeignete, Familiy Line und die blaue Easy Jump Line. Hier sind alle Jumps abrollbar und zum Teil mit einer Chicken Line zum umfahren. Die Family Line führt durch Pinienwälder die so gut und würzig duften, sodass ich langsam Hunger bekomme. Zum Glück geht es den anderen auch so und wir machen uns auf den Weg  zum Refugio Comici für das Mittagessen.

Ein Blick auf die Speisekarte mit typischen Südtiroler Speisen lässt erahnen, dass es sich hier nicht um eine gewöhnliche Berghütte handelt. In der Aufmachung eines Kochbuches kann man aus etlichen, köstlich anmutenden Gerichten wählen. Ich entscheide mich für die hausgemachten Spinatravioli mit Ricotta-Kräuterfüllung – eine Empfehlung des Hauses. Garniert mit frischen Kräutern aus dem Garten werden sie heiß serviert – wirklich ein außergewöhnliches Geschmackserlebnis. Zudem kann sich das Ambiente und der Service auf der Hütte sehen lassen. Gestärkt von dem leckeren Mittagessen geht’s noch ein paar Mal die Family Line und die Easy Jumpline herunter bevor wir uns auf den Rückweg zum Hotel machen.

Info: Als Chicken Line wird bei einer Abfahrt die einfachste und risikoloseste Variante bezeichnet. Ein Hindernis kann oft dank einer Chicken Line umfahren werden.  

Alta Badia – Dolomiti Bike Galaxy

Am nächsten Tag starten wir bereits sehr früh, da wir eine große Tour – von Wolkenstein nach Alta Badia und dann nach St. Vigil – geplant haben. Es geht von Wolkenstein mit den Dantercepies Seilbahnen zum Cir Giara Trail und über das Grödnerjoch ins 20 Kilometer entfernte Alta Badia. Wir fahren auf einem Teilstück der berühmten ‚Sellaronda MTB‘ – einem Wegenetz, welches entlang der zum UNESCO Weltnaturerbe gehörigen Sellagruppe führt. In Alta Badia angekommen erwartet uns geschäftige Stimmung in Vorbereitung auf den Straßen-Radmarathon ‚Maratona dles Dolomites – Enel‘, dessen Teilnahmeplätze heißbegehrt sind.

Info: An sämtlichen Liftstationen und etlichen Hütten in der Dolomiti Bike Galaxy befinden sich Servicestellen mit Werkzeug, Luftpumpe und Ladestationen für E-Bikes. Zudem gibt es Leihstationen mit E-MTBs und MTBs.

Mit der Col Alto Bergbahn geht es von Corvara in Badia auf den 2.000 Meter hohen Col Alt. Nach ein paar Minuten Bergabfahren auf Schotterwegen nehmen wir den Sessellift um ein paar hundert Meter auf unserem Weg zu unserer Mittagslocation zu überbrücken. Die Liftangestellten in der ganzen Region sind extrem freundlich und man steigt bequem als Gruppe in den Sessellift und die Mitarbeiter schicken die Mountainbikes nach und nach hoch. Des Öfteren hatte ich ein schlechtes Gewissen, wenn die zum Teil älteren Herren mein knapp 23 Kilogramm schweres E-MTB hochwuchten mussten. Daher bot ich an es zumindest aufzustellen, was allerdings meist freundlich abgelehnt wurde.

Tipp: Die Trails in der Dolomiti Bike Galaxy sind zum Teil recht staubig. Somit ist eine geschlossene Goggle empfehlenswert.

Für das Mittagessen hatten Daniela und Diego von Dolomiti Super Ski die ‚Las Vegas Lodge‘ ausgewählt. Von der Terrasse aus haben wir einen traumhaften Blick auf die Spitzen des Sassôngher und des Lagazuoi, sowie der Sella und der Marmolada. Hüttenwirt Ulli verwöhnt uns nach allen Regeln der Kunst und wir erfahren, dass man an diesem wunderschönen Ort auch übernachten kann. Nach einer herzlichen Verabschiedung machen wir uns auf zu den ‚Bike Beats‘ – wie die zwei neugebauten Trails getauft wurden.

Wir starten nach dem üppigen Mahl mit der grünen und somit leichteren Abfahrt der Bike Beats. Diese schlängelt sich in teilweise engen Kurven recht steil bergab, sodass wir recht viel bremsen müssen und den Schub unserer schweren E-MTBs zu spüren bekommen. Erst im unteren Teil, wenn er mit dem roten Trail zusammenläuft und zu einem blauen wird, wird können wir die Bremsen etwas öffnen und auch ein paar klein Sprünge machen. Die Piz Sorega Bahn bringt uns wieder bequem an den Eingang des Bikeparks und wir entscheiden uns diesmal für den roten, aber deutlich flacheren und dafür wurzeligeren Trail. Dieser trifft genau unseren Nerv und wir johlten die komplette Abfahrt lang.

Tipp: Wenn ihr als Familie in die Dolomiti Bike Galaxy nach Alta Badia kommt könnt ihr zusammen mit der Gondel hochfahren. Die Kinder und ein Elternteil oder Oma und Opa spielen in den vier tollen Kinderparks – hier Activity Parks genannt – und das anderen Elternteil bzw. die Eltern rocken währenddessen abwechselnd oder zusammen die Trails.

St. Vigil – Dolomiti Bike Galaxy

Nachdem wir die Trails ein paar Mal gefahren sind, pedalieren wir die 30 km nach St. Vigil zu unserer nächsten Bleibe – das Hotel Mareo Dolomites. Das Mareo scheint – gelegen zwischen dem Kronplatz und der Dolomiten – ein beliebter Ausgangspunkt für Biker zu sein, denn als wir dort am Abend ankommen, ist der Bike-Keller bereits gut gefüllt. Wir sind ganz schön erledigt von den 30 Kilometern Transfer und ich mal wieder richtig froh über mein E-MTB.

Als ich die Zimmertür aufschließe strömt mir sofort der angenehme Duft nach Holz entgegen und ich nehme den atemberaubenden Blick über das Dolomiten-Dorf wahr. Frisch geduscht treffen wir uns in der gemütlichen Stube zum Abendessen. Wir starten mit Salat vom Buffet mit frischem Gemüse aus dem hauseigenen Garten. Ich wähle als zweiten Gang eine Pesto-Lasagne und was soll ich sagen sie ist ein wahres Kunstwerk. Vielleicht die beste Lasagne der Welt?!  Zudem wird uns ein exzellenter Weißwein kredenzt – ich bin im siebten Himmel. An der gemütlichen Hausbar lassen wir den Abend ausklingen. Die Nacht in dem natürlichen Zimmer war extrem erholsam und den letzten Tag unserer Reise lasse ich mit einem erfrischenden Schwumm im Außenpool beginnen.

Fazit: Die Dolomiti Bike Galaxy ist wirklich eine Reise wert. Sie bietet für nahezu jeden Bike-Geschmack etwas und kulinarisch werdet ihr sicher auch auf eure Kosten kommen! 🙂

Mehr Infos: Dolomiti Super Summer

Ist von euch bereits einer dort gewesen? Falls ja, wie fandet ihr die Dolomiti Bike Galaxy?

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